
[13.12.2008 | ECHO]
Morgen, Sonntag (14. Dezember), ist um 17 Uhr Premiere im Kleinen Haus der Städtischen Bühnen. Hannes Demming hat das Stück für die Niederdeutsche Bühne in Szene gesetzt, er schlüpft in eine der Hauptrollen und spielt auch noch die Drehorgel.
Amtsperson und Vorbild
Die Geschichte geht so: In einem westfälischen Dorf, 1910. Schon vor seinem Dienstantritt an einem schönen Sommermorgen hat der "prüüßke Polßeidiener" Fritz Kattenkalf (Bernd. E. Bäumer) mit Widrigkeiten zu kämpfen. Seine Frau Fina (Elisaberth Georges) schimpft ihn „buten up Straot“ einen „Snapshusar“ und droht mit Scheidung, wenn er noch einmal „stüörttendick an Huuse kümp“. Als Amtsperson und Vorbild kann Fritz sich das natürlich nicht leisten.
Doch noch mehr Unheil zieht auf: Die Schulkinder haben wieder das Schild „Betreten verboten“ auf dem Rasen vor dem Amtshaus ignoriert und zu allem Überfluss kommt auch noch die fromme Anna daher und warnt Fritz: „De Düüwel steiht ächter ju!“. Fritz schwant Übles und seufzt: „De Dagg fänk jä gued an!“
Zwillingsbruder
Ein ungleiches Paar: der Landstreicher Amadeus (Hannes Demming) und der Polizist Fritz (Bernd E. Bäumer). Schnell erkennen die beiden, dass sie Zwillingsbrüder sind ... Foto: Hörnschemeyer
Aber Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps! An eine kleine Pause „ächter’t Fuselglas“ ist aber nicht zu denken, denn in Pastors Wiese liegt ein Landstreicher. Fritz waltet seines Amtes und will den Kerl kontrollieren. Er muss aber erkennen, dass dort sein „Twillingsbröerken“ Amadeus (Hannes Demming) im Gras liegt.
Geschichten aus einem westfälischen Dorf, anno 1910. Anton Aulke, der Mundart-Autor, hat aus dem Zusammentreffen des ungleichen Bruderpaares Fritz und Amadeus eine amüsante Komödie gemacht. Foto: Hörnschemeyer
Die Dinge nehmen ihren Lauf, das Liebespaar Fritz und Mariechen kommt ins Spiel, und ein „Staotsanwalt uut Mönster met Pläte“. Und zwischendurch kreist der echte Mönsterlänner Fusel, denn beide Bruder sind keine Kostverächter. Als Fritz seinen Rausch ausschläft, bringt Amadeus die Dorfwelt in seine Ordnung …

